Radverkehr in Saarbrücken – War das nicht eines der Schwerpunktthemen der Grünen im Kommunalwahlkampf? Und auch Uwe Conradt hat gerne mit seinem Wahlkampf-Lastenrad posiert. Im Verkehrsausschuss forderten wir kürzlich die Ausweisung von insgesamt vier Fahrradstraßen in Alt-Saarbrücken und Sankt Johann, um die Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer zu verbessern. Die Jamaika-Koalition kopierte die Antragsidee, reduzierte die Anzahl der von uns geforderten Fahrradstraßen aber kurzerhand auf zwei.

In unserem Antrag schlagen wir die Einrichtung von Fahrradstraßen in der Hohenzollernstraße, der Beethoven- und Blumenstraße und der Bismarckstraße vor. Ruhige Nebenstraßen also, durch deren Ausweisung als „Fahrradstraßen mit Kfz-Freigabe“ zügig und kostengünstig attraktive Verkehrsachsen für den Radverkehr, abseits der großen Hauptverkehrsstraßen entstehen können. Und zwar ohne, dass dabei Nachteile für den Autoverkehr entstehen. Die Ausweisung von Fahrradstraßen erhöht die Sichtbarkeit von Radfahrern für Autofahrer und fördert das Miteinander der Verkehrsarten.

Denn die Hohenzollernstraße ist baulich schon für eine Ausweisung als Fahrradstraße vorbereitet. Sie verbindet den Campus der HTW in Alt-Saarbrücken mit der Innenstadt. Ideal für Studierende, die häufiger aufs Radfahren angewiesen sind.

Auf der Strecke Beethovenstraße-Blumenstraße ist der Radverkehr bereits in Gegenrichtung der Einbahnstraße freigegeben. Die Strecke wäre eine gute Ausweichroute zur stark verkehrsbelasteten Richard-Wagner-Straße.

Und auch die Bismarckstraße würde als Fahrradstraße aus unserer Sicht gut funktionieren: Sie würde die Innenstadt mit dem St. Johanner Osten sowie mit St. Arnual für den Radverkehr verbinden. Die Achse würde vor allem auch den Leinpfad entlasten, auf dem es immer wieder zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern kommt. Hier müssten bauliche Maßnahmen zur Überquerung der Paul-Marien-Straße umgesetzt werden.

Dass nur zwei von diesen vier von uns geforderten Umwidmungen in Fahrradstraßen jetzt umgesetzt werden sollen, verkaufen die Koalitionspartner und insbesondere die Grünen überraschenderweise noch als persönlichen Erfolg.

 

Fahrradstraßen sind nur ein Baustein für den Radverkehr. Wir brauchen eine sichere Radverkehrsinfrastruktur. In der Innenstadt wie in allen anderen Bezirken Saarbrückens. Insbesondere auf Strecken außerorts, zwischen zwei Stadtteilen, die etwas weiter voneinander entfernt liegen, muss auf Sicherheitsvorkehrungen für Radfahrerinnen und Radfahrer Verlass sein. Der schwere Unfall einer jungen Radfahrerin, der sich kürzlich auf dem Weg von Brebach nach Bischmisheim ereignet hat, zeigt, wie dringend hier der Handlungsbedarf ist. Wir weisen schon länger auf die bedenkliche Sicherheitslage entlang der Brebacher Straße hin und fordern hier weiterhin die Einrichtung eines Geh- und Radweges.

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