Prostitutionswerbung hat in unserer Stadt Überhand genommen. Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter werden darauf als Ware angepriesen und mit käuflichen Produkten gleichgesetzt. Als Stadt können wir diese Werbung nicht im Alleingang überall verbieten. Aber es gibt die Möglichkeit Verbotszonen für Bordellwerbung zum Jugendschutz einzurichten. Das erlaubt das Prostituiertenschutzgesetz. Deshalb haben wir die Verwaltung aufgefordert, in einem Radius von 500 Metern zu Schulen, Kitas, Familienzentren, sonstigen Jugend- und Jugendschutzeinrichtungen und Jugendsportstätten Bordellwerbung zu verbieten. Jamaika lehnte unseren Antrag aber ab, trotz eigentlichem Konsens im Thema.

Eigentlich sind sich alle Parteien im Stadtrat einig, dass Bordellwerbung in Saarbrücken eingedämmt werden muss. Dennoch lehnte die Koalition aus CDU, Grünen und FDP den Antrag der SPD- Fraktion ab. Und schob als Reaktion einen eigenen Antrag nach. Aus unserer Sicht ist der aber bloß eins: Etikettenschwindel.

In ihrer Pressemitteilung behauptet die Koalition, ein Verbot von Bordellwerbung zu fordern.

Im Antrag ist aber wenig von einem tatsächlichen Verbot zu lesen. Die Verwaltung soll lediglich berichten, was sie schon gemacht hat, rechtliche Hindernisse darstellen und mit den Werbetreibenden Gespräche führen. Das reicht uns nicht! Wir sind der Auffassung, dass Bundesgesetze bei uns genauso gelten müssten wie in Trier. Nach zwei Jahren, in denen das Modell der Verbotszonen in Trier erfolgreich angewandt wird, sollte man davon ausgehen können, dass das auch in Saarbrücken umsetzbar ist.

 

Prostitutionswerbung, wie sie aktuell in Saarbrücken gemacht wird, ist ein Angriff auf die Würde der Sexarbeiter*innen und verschleiert die Realität des Prostitutionsgewerbes. Körper – egal ob von Frau oder Mann – sind keine käuflich erwerbsbare  Selbstverständlichkeit. Prostitutionswerbung suggeriert jedoch genau das. Diese Darstellung von Sexarbeiter*innen läuft dem Jugendschutz zuwider.

Ein generelles Werbeverbot für Prostitution über die Verbotszonen hinaus erfordert gesetzliche Änderungen. Die kommunalen Frauenbeauftragten des Saarlandes haben dazu eine Petition verfasst. Wir unterstützen sie darin.

In Saarbrücken ist für Bordellwerbung kein Platz.

Wir bleiben am Thema dran.

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