Klima- und Umweltschutz beginnt im Kleinen. Daran arbeiten wir in unserer Stadt seit vielen Jahren. Für uns ist die Stadt ökologisches Vorbild für die gesamte Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist auch eine Frage von Zukunftssicherung und Generationengerechtigkeit – und nicht zuletzt das bewusste Übernehmen von Verantwortung.

 

Kommunalen Umwelt- und Klimaschutz vorantreiben

 

Kraftwerk Römerbrücke /
Quelle: SPD Saarbrücken

Saarbrücken hat in den letzten Jahren erfolgreich Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen. Der Kohlendioxidausstoß der städtischen Verwaltung wurde seit 1990 von rund 37.400 Tonnen auf 22.600 Tonnen um 40% gesenkt. Dazu beigetragen haben unter anderem Millioneninvestitionen in die energetische Sanierung des Gebäudebestandes, an Schulen und Kitas, Verwaltungsgebäuden, Rathäusern und anderen städtischen Immobilien.

Die extremen Wetterereignisse im Sommer 2018 haben viele Menschen aufgerüttelt. Wir wollen die Maßnahmen zum Klimaschutz verstärken. Neben der Reduktion des CO2-Ausstoßes müssen wir uns um Anpassungsmaßnahmen gegen den Klimawandel kümmern. Die Renaturierung von Bachläufen gehört ebenso dazu wie das Pflanzen von Bäumen im Stadtgebiet und der Schutz von Grünflächen und Wäldern. Bei Bauprojekten beschränken wir die Bodenversiegelung auf das Nötigste. Die Verwaltung erarbeitet eine Konzeption zum Umgang mit Starkregenereignissen und zur Prävention ihrer negativen Folgen.

 

Saubere Energie – bessere Luft – weniger Lärm

 

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist für die Stadt kein Neuland. Der städtische Energieversorger Energie SaarLorLux versorgt Privatkunden seit langem mit 100% Ökostrom. Zusammen mit unseren Stadtwerken investiert er in Wind- und Solarenergie, ebenso die VSE AG. Durch das große städtische Fernwärmenetz werden jedes Jahr viele Tonnen an Klimagasen vermieden. Wir werden prüfen, wie wir diese ressourcenschonende Energieversorgung ausbauen und so in weitere Stadtteile bringen können. Eigene Kraftwerke mit modernster Technik versorgen Privat- und Firmenkunden umweltfreundlich mit Strom und Wärme. Am Standort des Heizkraftwerks Römerbrücke werden wir die vorhandenen Kohlekessel durch moderne Gasturbinen ersetzen. So steigern wir die Effizienz und senken die Emissionsbelastung. Mit unseren Gesellschaften werden wir auch in Zukunft in erneuerbare Energien investieren, etwa auf den Dächern öffentlicher und privater Gebäude. Wir setzen uns auf Landesebene für den Abbau rechtlicher Hürden für die wirtschaftliche Betätigung kommunaler Betriebe ein, um uns hier intensiver engagieren zu können.

Lärm und Luftverschmutzung schaden der Umwelt und senken die Lebensqualität. Deshalb wollen wir ein Durchfahrtsverbot für den LKW-Transitverkehr für die ganze Stadt erreichen. Entsprechende Gutachten sind bereits beauftragt. Die Stadtautobahn stellt nach wie vor eine offene Wunde in unserer Stadt dar. Durch Maßnahmen, wie etwa Lärmschutzwände am Staden und an anderen Stellen entlang der Autobahn, sowie ein Tempolimit auf 60 km/h soll die Belastung deutlich reduziert werden. Das Tunnelvorhaben aus dem Großprojekt „Stadtmitte am Fluss” ist zurzeit nicht finanzierbar. Wir halten als Zielsetzung daran fest und werden weiter auf Landes-, Bundes, und EU-Ebene dafür kämpfen.

 

Die grüne Stadt schafft Lebensqualität

 

Grünflächen und Natur gehören zu einer lebenswerten Stadt dazu. Saarbrücken ist eine der zehn grünsten Städte Deutschlands.

Der Osthafen /
Quelle: SPD Saarbrücken

Unsere Parks und Grünflächen sind als „Grüne Lungen“ wichtig für die Naherholung der Saarbrückerinnen und Saarbrücker. Neben den großen Parks wie dem Deutsch-Französischen Garten, dem Bürgerpark, dem Staden und den Burbacher Saarwiesen gibt es in allen Stadtteilen Grünflächen. Wir pflegen diese wichtigen Erholungsräume und wollen uns weiterhin um die Sauberkeit in den Parks bemühen. Der Stadtwerkepark in Alt-Saarbrücken wird geöffnet. Saarwiesen, Eschbergpark und Deutsch-Französischen Garten werden wir durch Investitionen weiter aufwerten. Die Attraktivität des Bürgerparks wollen wir steigern und diesen einzigartigen postmodernen Park unter Denkmalschutz stellen.

Auf unseren Friedhöfen sind in den letzten Jahren wegen veränderter Bestattungsformen viele Flächen frei geworden. Diese bleiben als Grünflächen erhalten. Unser Zoo ist mit rund 200.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich eine wichtige Einrichtung zur Bildung und Erholung. Er leistet mit seiner Teilnahme an verschiedenen Programmen einen wichtigen Beitrag zum internationalen Artenschutz.

Seilerstraße, Nauwieser Viertel /
Quelle: SPD Saarbrücken

 

Naturräume in der Stadt erhalten

Neben intensiv gepflegten Bereichen gibt es in unseren Parks und Friedhöfen auch Bereiche, die weniger stark gepflegt werden und mit Hecken und Dickicht einen Rückzugsort für Tiere in der Stadt darstellen. Zu Stärkung der Biodiversität werden wir in unseren Parks und auch auf Grünflächen an den Straßen verstärkt Wildblumen und -kräuter säen.

Der Staden /
Quelle: SPD Saarbrücken

Saarbrücken ist umgeben von Natur. Den Wald, das Almet, die Saaraue, den Bliesgau und die Landschaften im benachbarten Frankreich wollen wir für die Saarbrückerinnen und Saarbrücker stärker erlebbar machen. Dazu zählen die Ausweisung von Wanderwegen oder Waldlehrpfaden sowie die bessere Anbindung dieser Erlebnisräume an den Nahverkehr und das Fahrradwegenetz.

 

Nachhaltige Stadtentwicklung: Erhalt und neue Nutzung alter Substanz

Nachverdichtung im Bestand ist die Königsdisziplin des Bauens in der Stadt. Davon verstehen wir etwas. Moderne Stadtentwicklung setzt auf die nachhaltige Kombination aus bezahlbarem Wohnraum, Handel und Gewerbe ohne weiteren vermeidbaren Flächenverbrauch. Wir ermöglichen die Wiederbelebung urbaner Brachflächen und schaffen so nicht nur Wohnraum für eine wachsende Stadtbevölkerung, sondern auch Platz zum Leben und Arbeiten mitten in der Stadt.

Wir steuern das Wachstum unserer Stadt mit Plan und Verantwortung. Neue Wohngebiete brauchen die Akzeptanz der Menschen, die bereits in der Nachbarschaft wohnen. Deshalb setzen wir bei neuen Bauprojekten auf Dialog, Vermittlung und Kompromiss, minimieren den Flächenverbrauch und achten auf städtebauliche Qualität der Planungen – damit unser Saarbrücken nachhaltig und in einem guten Klima weiterwachsen kann.

 

Wir bringen die Verkehrswende voran!

Zum Schutz des Klimas und zum Erhalt der Lebensqualität ist die umweltfreundliche Gestaltung unserer Mobilität unerlässlich. Mit dem Verkehrsentwicklungsplan haben wir in der letzten Wahlperiode das wichtigste Instrument dafür entwickelt. Saarbrücken ist eine Stadt der kurzen Wege. Wir werden umweltfreundliche Alternativen zum Autoverkehr stärken und die Verkehrsmittel besser vernetzen.

 

Gut zu Fuß in der Stadt unterwegs

 

Leinpfad Heizkraftwerk /
Quelle: SPD Saarbrücken

Gerade in der Stadt legen die Menschen viele Wege zu Fuß zurück. Wir werden Gehwege, Treppen, Rampen und die öffentlichen Plätze noch stärker pflegen und ihre Attraktivität durch eine bessere Beleuchtung auch in der dunkleren Jahreshälfte steigern, vermeiden dabei aber unnötige Lichtverschmutzung, um die Natur nicht zu sehr zu beeinträchtigen. Die Trennwirkung großer Straßen, aber auch von Eisenbahn- und Straßenbahntrassen wollen wir reduzieren und zusätzliche Querungsmöglichkeiten errichten. Ampelschaltungen werden wir überprüfen und möchten sie fahrrad- und fußgängerfreundlicher gestalten.

In der Stadt der Zukunft wird es mehr Räume geben, in denen Fahrrad- und Fußverkehr klar Vorrang vor dem PKW haben und der vorhandene Platz bei gegenseitiger Rücksichtnahme gemeinsam genutzt wird. Das streben wir etwa für den Bereich um das Rathaus an.

 

Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs

 

Ein funktionierender Nahverkehr ist in der Großstadt unabdingbar. Wir werden den ÖPNV in den nächsten Jahren ausbauen und dafür den Nahverkehrsplan unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger neu auflegen. Zuverlässig, günstig und attraktiv ist die Devise. Die Grundbedingung dafür haben wir mit der Direktvergabe an die Saarbahn geschaffen. Der ÖPNV ist Teil der Daseinsvorsorge und gehört in öffentliche Hand. Das ist wichtig für alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und ihre Gäste, ganz besonders für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende sowie Pendlerinnen und Pendler. Der weitere Ausbau kostet Geld. Dieses Geld müssen wir bereitstellen und erwarten auch von Land und Bund entsprechende finanzielle Unterstützung.

Saarbahn an der Trierer Straße /
Quelle: SPD Saarbrücken

Unser gutes Busverkehrsnetz wollen wir bedarfsgerecht weiterentwickeln und den Schienenverkehr auf den innerstädtischen Streckenabschnitten des Netzes der Deutschen Bahn ins Saarbrücker ÖPNV-Netz integrieren. Damit dies gelingt, müssen Bahnhöfe und Haltestellen modernisiert werden. Dafür setzen wir uns bei den Eigentümerinnen und Eigentümer ein. Im Busverkehr werden wir in die E-Mobilität einsteigen und die Erfahrungen anderer Kommunen berücksichtigen. Wir befürworten den Bau und Betrieb weiterer Saarbahnstrecken, insbesondere in Richtung Universität, St. Ingbert und Völklingen. Dafür sind aber zusätzliche finanzielle Mittel des Landes und des Bundes notwendig.

 

Übersichtliche und günstige ÖPNV-Tarife

 

Die Preise im ÖPNV müssen sinken. Wir setzen uns für die Einführung einer Jahreskarte für das Stadtgebiet zum Preis von einem Euro pro Tag ein. Langfristig wollen wir die Preise nicht nur reduzieren, sondern komplett abschaffen. Hierfür werden wir uns bei Land und Bund einsetzen. Als Teil des Eurodistricts SaarMoselle wollen wir die grenzüberschreitende Mobilität im ÖPNV vereinfachen.

Das Wabensystem muss reformiert werden, um es für Pendlerinnen und Pendler attraktiver zu machen, mit dem ÖPNV in die Stadt zu kommen. Für mehr Komfort wurde das digitale Ticket für das Smartphone eingeführt. Um bei größeren Veranstaltungen die Verkehrsbelastung in Grenzen zu halten und neue Nutzer zu gewinnen, werden wir das Event-Ticket ausweiten.

 

Wir stärken das Fahrradfahren in der Stadt

 

Das Fahrrad ist ein schnelles, gesundes, umweltfreundliches und kostengünstiges Verkehrsmittel. Wir haben uns auf den Weg gemacht, um den Radverkehr in der Stadt attraktiv und sicher zu gestalten. In den nächsten fünf Jahren werden wir ein durchgängiges und gut beschildertes Radverkehrsnetz schaffen. Dazu gehören neue Fahrradwege und Radverkehrsstreifen, der Lückenschluss zwischen bestehenden Radwegen und das Anlegen von Fahrradstraßen. Den Anteil des Radverkehrs an den täglichen Wegen der Saarbrückerinnen und Saarbrücker wollen wir auf 12 Prozent erhöhen.

Quelle: SPD Saarbrücken

Mit einem Verleihsystem für Fahrräder und kleine Elektroroller werden wir auch deren spontane Nutzung ermöglichen. Mehr Komfort und Sicherheit erreichen wir durch den stadtweiten Aufbau überdachter und abschließbarer Abstellanlagen, insbesondere an jedem größeren Haltepunkt von Saarbahn und Bussen, und die Errichtung eines Fahrradparkhauses in unmittelbarer Bahnhofsnähe. Um die Blockade von Geh- und Fahrradwegen durch PKW zu vermeiden, werden wir entschieden gegen das Falschparken vorgehen. Um den Radverkehrsanteil zu steigern werden wir die Werbung für das Fahrradfahren und entsprechende Kampagnen verstärken.

 

Verträglicher Autoverkehr

 

Wir werden das Auto nicht aus der Stadt verbannen. Viele Menschen sind darauf angewiesen und Saarbrücken braucht als Standort vieler Unternehmen und Behörden, als Einkaufsstadt und Bildungsstandort auch eine vernünftige Infrastruktur für den Autoverkehr. Wir halten die bestehenden Straßen und Brücken weiter in Schuss. Im Bereich des ehemaligen Messegeländes wollen wir den Autobahnanschluss vervollständigen und die Gewerbegebiete Wiesenstraße und Saarterrassen mit einer neuen Brücke direkt an die Autobahn anschließen. So entlasten wir Malstatt und Burbach von hohem Autoverkehr. Auch für Alt-Saarbrücken bringt der „Vollanschluss Messe” wichtige Entlastungen. Wir setzen uns für den Ausbau der Anschlussstelle „Dicke Buche“ ein, um Camphauser Straße und Johannisbrücke zu verbinden und den Rodenhof vom Autoverkehr zu entlasten.

Elektro-mobil /
Quelle: SPD Saarbrücken

Wir fördern alternative, umweltfreundliche Verkehrsmittel gegenüber dem eigenen Auto. Und auch das Autofahren selbst muss umwelt- und klimafreundlicher werden. Wir wollen E-Mobilität fördern, indem wir zusätzliche Lademöglichkeiten in der Stadt schaffen und kostenlose Parkplätze für E-Autos anbieten. Daneben wollen wir das Carsharing in der Stadt weiter verbreiten. Hier werden wir mit dem Carsharing-Anbieter Cambio prüfen, inwieweit eine Flexibilisierung des Leihsystems möglich ist und das E-Auto-Angebot ausgebaut werden kann. Beim Parken setzen wir unsere Priorität auf das Anwohnerparken. Die Saarbrückerinnen und Saarbrücker müssen die Möglichkeit haben, ihren PKW wohnortnah abstellen zu können.

 

Mehr Verkehrssicherheit

 

Verkehrssicherheit liegt uns am Herzen. Verkehrspolitik muss die Schwächsten in den Blick nehmen – Fußgängerinnen und Fußgänger, Kinder, ältere Menschen sowie Radfahrerinnen und Radfahrer. Entsprechend fordern wir mehr und besser markierte Tempo-30-Bereiche sowie Spielstraßen, insbesondere überall dort, wo Kinder regelmäßig unterwegs sind. Durch Kampagnen für Verkehrssicherheit und zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen wollen wir die Autofahrerinnen und -fahrer für die Bedürfnisse anderer Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer sensibilisieren. Die Leuchtturmkampagne Schulwegsicherheit werden wir ausweiten und mit Schulwegeplänen bereits bei den Jüngsten umweltfreundliche Mobilität fördern.

 

Regionale Wirtschaft fördern

 

Wir unterstützen regionale Herstellerinnen und Hersteller und wollen so nachhaltiges Leben in Saarbrücken ermöglichen und bewerben. Mit den Saarbrücker Wochenmärkten haben wir gute Möglichkeiten, regional produzierte Waren einzukaufen und uns nachhaltig zu versorgen. Hier gibt es ein großes Angebot biologisch erzeugter Waren. Wir wollen die Einrichtung weiterer Märkte z. B. durch Vereine und Initiativen durch den Verzicht auf Nutzungsgebühren unterstützen.

Ökologischer Landbau im Stadtgebiet, wie etwa der Stadtbauernhof im Almet, ist für uns ein Beitrag zur nachhaltigen Ernährung und zum Lernen. Handel und Konsum regionaler und unverpackter Waren werden wir mittels einer städtischen Kampagne für nachhaltige Produkte fördern.

Die Sicherung der Nahversorgung in den Stadtteilen ist von wesentlicher Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen. Sie hilft, unnötige Wege mit dem Auto zu vermeiden. Der Handel muss da hinkommen, wo die Menschen leben.

St. Johanner Markt /
Quelle: SPD Saarbrücken

 

Globale Verantwortung – fairer Handel

 

Wir denken Gerechtigkeit und Fairness global. Saarbrücken ist bundesweit Vorreiterin beim Fairen Handel. Das verdanken wir insbesondere den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehren- und hauptamtlich dafür einsetzen. Wir werden die Fair-Trade-Aktivitäten gemeinsam mit den zivilgesellschaftlichen Gruppen, mit Geschäften und Institutionen weiter ausbauen. Wir sind stolz auf die Schülerinnen und Schüler, die sich in Fair-Trade-Schulen und Fair-Trade-Klassen für faire Produkte und fairen Handel einsetzen. Damit alle sehen können: Es geht auch fair. Mit unseren internationalen Partnerschaften kümmern wir uns um lebendigen Austausch und leisten wichtige entwicklungspolitische Beiträge vor Ort, etwa in der Partnerschaft mit Tbilissi oder der Kooperation mit Diriamba in Nicaragua.